Deutsch <> English

Intelligenter Container und selbststeuernde Routenplanung

Der Imagefilm zum Demonstrator ist hier verfügbar.
 
Der dritte Demonstrator „Intelligenter Container und selbststeuernde Routenplanung“ basiert auf den im Arbeitskreis „Szenarien / Modellbildung“ definierten Referenzszenarien aus der Produktions- und der Transportlogistik und das erste Demonstrationsszenario „Transportlogistik“ des Teilprojektes Z2. Als Grundlage hierfür dient der im Teilprojekt B6 „Sensorsysteme“(Lang, Laur) vom Microsystem Center Bremen (MCB) gemeinsam mit den Partnern des SFB entwickelte „Intelligente Container“ (www.intelligentcontainer.com) sowie die im Teilprojekt B1 „Selbststeuerndes Routing in Transportnetzen“ (Scholz-Reiter, Görg) konzipierte selbststeuernde Routenplanung. Das Teilprojekt B1 ist im Weiteren mit der entwickelten Entscheidungsmethode (Entscheidungsfunktion), in der Entwicklung des Demonstrators beteiligt. Im „Intelligenten Container“ wird der Zustand der Ware und des Transportprozesses durch ein Sensornetz erfasst. Das System bewertet das Transportgut, z.B. durch Verfallsmodelle für Lebensmittel, die aus aktuellen Daten das „remaining shelf life“ (verbleibende Haltbarkeit bei Warenankunft) abschätzen. Die Entwicklung des „Intelligenten Containers“ wurde in enger Kooperation mit dem Teilprojekten B3 „Mobile Kommunikationsnetze und Modelle“ (Görg), das sich in der 1. Phase des SFB 637 mit dem Einsatz mobiler Kommunikationsnetze und Kommunikationsmodelle befasste. Aus dieser Kooperation ging das gemeinsame Transferprojekt T4 (Lang, Görg) zur Transportüberwachung im Lebensmittelbereich hervor. Weitere Kooperationen, Inhalte, Implementierungen und Teile der Komponenten für den Demonstrator „Intelligenter Container und selbststeuernde Routenplanung“ sind aus den Teilprojekten B4 „Wissensmanagement“ (Herzog) und B5 „Risikomanagement“ (Herzog, Schumacher) beigetragen worden.
 
„Intelligenter Container“ als Grundlage für den dritten SFB 637 Demonstrator.
 
In diesem Demonstrationsszenario konnte erfolgreich eine Reihe von entwickelten Ideen und Methoden zusammengeführt und erstmalig auf dem Berichtskolloquium des SFB 637 im Januar 2006 einem größeren Publikum vorgeführt werden. Die Koordination der Zusammenarbeit wurde im Rahmen des Teilprojektes Z2 „Applikationsplattform und Demonstrator“ durchgeführt sowie die vorhandene Infrastruktur im Bremer Instituts für Produktion und Logistik (BIBA) zur Verfügung gestellt.
 
Präsentation des Demonstrators „Intelligenter Container und selbststeuernde Routenplanung“.
 
Die Intelligenz des Containers basiert auf Hardwarekomponenten, die durch die Implementierung einer Agentenplattform in das System des Containers und des Transportgutes koordiniert und repräsentiert werden. Die Hardwarekomponenten, die dabei in eine Interaktion gebracht werden müssen, umfassen folgende Bausteine: (1.) einen RFID-Reader, mit dem der Beladevorgang überwacht wird, (2.) ein drahtloses Sensornetz, mit dessen Hilfe eine Überwachung kritischer Frachtparameter möglich ist, (3.) eine Prozessoreinheit, in der anfallende Daten vorverarbeitet werden können sowie (4.) ein Kommunikationsmodul, mit dem die Verbindung zu externen Datennetzen ermöglicht wird. Das Gesamtsystem konfiguriert sich während des Beladevorgangs selbst.
 
Aktuell ist ein Demonstrationsszenario implementiert, bei dem temperaturempfindliche und hochverderbliche Fracht (Blaubeeren) von Posen nach Paris transportiert wird. Dieser Transportprozess beginnt, in dem die Ware das mit RFID-Technologie ausgestattete Eingangsgate des Lagers passiert. Die Erkennung des leeren RFID-Transponders an der Fracht stößt einen elektronischen Frachtbrief an, wobei Informationen über den Warentyp, Start, Ziel, Transport und Überwachungsanforderungen spezifiziert werden. Weitere wichtige Angaben sind dabei auch die Lieferzeit und die „shelf-life“ (verbleibede Haltbarkeit) bei Ankunft der Ware am Ziel. Dieser Frachtbrief kann durch Software-Agenten über eine Wissensbasis von einem beliebigen Standort jederzeit abgefragt werden. Damit übernehmen die Software-Agenten die (Selbst-)Steuerung des Transportes und des Transportgutes.
Der Betreueragent des Transportgutes holt Transportangebote bei Transportmitteln ein und übermittelt dabei seine Transportanforderungen. Die beste Transportalternative bekommt den Zuschlag und ein entsprechend ausgestatteter Lkw nimmt seine Reise auf.
 
Monitoring des Demonstrators „Intelligenter Container und selbststeuernde Routenplanung“.
 
Im Laufe des Szenarios kommt es zu unterschiedlichen internen und externen Störungen, wie Staus auf der Autobahn oder Ausfall der Kommunikation oder des Kühlaggregats. Diese Störungen haben direkten Einfluss auf z.B. die verbleibende Zeit bis zum verderben des Transportguts. Diese Störungen werden vom „Intelligenten Container“ autonom erkannt und lösen Entscheidungsprozesse in und zwischen den Software-Agenten aus. Ziel ist die Wiederherstellung eines akzeptablen Zustandes oder die Um- oder Neuplanung des Transportes. Der aktuelle Standort des Containers, der Zustand der Fracht sowie die Entscheidungsprozesse der Agenten lassen sich auch bei diesem Demonstrator über einen Monitoring-Stand beobachten.